…bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren Berufe meist mit körperlichem Verschleiß verbunden, damals hatte ein Rentner noch etwa 13 Jahre zu leben. Deshalb galt zu Recht der Rentenbeginn mit 65 Jahren als wichtige Errungenschaft des Wohlfahrtstaates. Heute allerdings ist das frühe Ausscheiden aus dem Beruf ein zweifelhafter Gewinn.
Denn anders als früher ist die Arbeit heute körperlich nicht mehr so kräftezehrend, die Medizin und auch die Mentalität haben sich geändert, die Menschen sind heute jenseits der 60 nicht mehr ‘alt’, die 60igjährigen erfreuen sind meist bester Gesundheit, sind tatkräftig, lernfähig und geben den Jungen materiell sogar mehr zurück, als sie nehmen. Wer heute in den Ruhestand geht, ist im Schnitt noch 25 Jahre fit. Wer mit 65 eigentlich noch voll leistungsfähig in Rente geschickt wird, altert schneller, dem geht es nach einiger Zeit schlechter als berufstätigen Menschen.
Es ist das Gefühl, nicht mehr gebraucht oder gefragt zu werden, das den Menschen altern lässt. Umso wichtiger ist es, dass sich er sich selbst ein Ziel setzt, eine Aufgabe stellt. Es sind die geistigen Herausforderungen, die die Grundlage für die Bildung neuer Gehirnzellen und deren Verknüpfung schaffen und die fit halten. Eine Möglichkeit, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, ist beispielsweise eine Sprachreise für Erwachsene, bei der man andere Kulturen, gleichzeitig eine neue Sprache kennen lernen und Kontakte knüpfen kann. Darüber berichtet Lakritz in dieser Ausgabe ab Seite 32.


