Zu Besuch bei...

An dieser Stelle schreibt Annabelle Weisser.

Lakritz zu Besuch im Mehrgenerationenhaus Darmstadt

Ein Haus, in das man immer kommen kann. In dem es (beinahe) so viele Angebote, wie es Menschen in Darmstadt gibt. In dem jeder willkommen ist, ganz egal, wie alt er ist, ob männlich oder weiblich oder wo er herkommt. Ist das nicht ein Traum?

Ein Traum, das ist es wahrhaftig. Ein wahrgewordener Traum, in Gestalt des Mehrgenerationenhauses Darmstadt. Ein Projekt, das 2007 aus dem Mütterzentrum Darmstadt hervorging, einem 1981 gegründeten Verein, der zunächst vorwiegend Treffpunkt und Anlaufstelle für Mütter war. Seit das Mütterzentrum allerdings das Mehrgenerationenhaus geworden ist, liegen die Schwerpunkte unterschiedlich durch alle Zielgruppen verteilt. Die Jüngsten Mitglieder dürften wohl die Teilnehmer des Frühchen-Cafés oder der Krabbelgruppe sein, die Ältesten die Teilnehmer der regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen für Senioren, wie z.B. der Handysprechstunde. Vertreten sind natürlich auch die unterschiedlichsten Kulturen, da wäre z.B. das Treffen in russischer Sprache oder der Latina-Treff.
Was gibt’s sonst noch so? Gitarrenunterricht, Yoga, gemeinsames Frühstücken, Konzerte, Haareschneiden, Basteln. Weitere Angebote und genaue Termine gibt’s auf der Homepage: www.mehrgenerationenhaus-darmstadt.de.

Weil das alles so aufregend klingt, dachte ich mir, ich statte dem Mehrgenerationenhaus einen Besuch ab. Relativ unangemeldet. Macht nix. Ich komme einfach rein, stelle mich vor und bekomme spontan eine kleine Führung. Ein paar Kinder spielen in dem geräumigen Raum, im Nebenraum hört man die Baby-Musikgruppe. Auf einer Anrichte gibt es einige vortrefflich aussehende Köstlichkeiten, Kuchen und Muffins, die man gegen einen kleinen Preis erwerben kann. Apropos: Wie finanziert sich das Mehrgenerationenhaus? “Zuschüsse von Bund, Land und Stadt. Spenden. Es gibt einen kleinen jährlichen Mitgliedbeitrag, der von Mitgliedern des Fördervereins gezahlt wird. Und der Kuchen- und Getränkeverkauf.” Achso. Und gibt es bestimmte Zielgruppen? “Nein, es kommen die unterschiedlichsten Leute zu uns. Wie haben beinahe jede Altersgruppe, viele verschiedene Kulturen und beide Geschlechter gleichermaßen vertreten.”
Ich sehe mir alles genau an. Die Einrichtung gefällt mir. Man merkt irgendwie die Liebe, die dahinter steckt. Mir fällt die selbstgebastelte Pinnwand auf und die nostalgisch-moderne Mischung der Möbel. Es ist ein schöner Ort.

Und wie kommt man hin, zu diesem schönen Ort?
Das Mehrgenerationenhaus befindet sich in der Julius-Reiber-Straße 22 (Eingang im Hof). Von der Haltestelle “Klinikum” erreicht man die Julius-Reiber-Straße über die Wilhelm-Leuschner-Straße. Die Öffnungszeiten sind
Montag bis Freitag: 9.00 - 13.00 und Mo - Di 15.00 - 18.00 Uhr, Mi 16.00 - 18.00 Uhr, Do - Fr 15.00 - 18.00 Uhr.

Es lohnt sich!

Lakritz zu Besuch im Internationalen Waldkunstzentrum

Es ist das kleine weiße Haus am Ende der Straße. Einige Meter entfernt von der Lichtenbergschule, nämlich in der Ludwigshöhstraße 137, steht es, leicht zu übersehen.
Stünden nicht überall in dem naturnahen Garten verteilt Werke unterschiedlichster Künstler, so würde es sich auf den ersten Blick nicht von einem gewöhnlichen Wohnhaus unterscheiden.

Das Haus, Eigentum des Hessen-Forstes, gehört zum “Verein für Internationale Waldkunst e.V.”, einigen Darmstädtern dürfte der Verein wohl in Zusammenhang mit den alle zwei Jahre stattfindenden Waldkunstpfaden (der nächste findet übrigens im kommenden August statt) bekannt sein. Dabei stellen Künstler aus aller Welt ihre Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung. Künstlern bei der Arbeit zuzusehen ist genauso möglich, wie nach Beendigung der Arbeiten an einer geführten, etwa 2-stündigen Tour teilzunehmen. Parallel gibt es Workshops speziell für Kinder. Sie finden meist während der Führungen für “Erwachsene” statt. Kindern wird hierbei die Kunst spielerisch und gut verständlich nahegebracht.
Neben diesen Pfaden stellt der Sitz des Vereins ebenfalls ein attraktives Ausflugsziel dar.
Di-Fr 10-13 Uhr und Di+Do 15-18 Uhr stehen die Türen offen. Es gibt die Möglichkeit, Werke einiger Künstler im Außengelände zu besichtigen, wie auch den Galerieraum, in dem Geschenke und “Überbleibsel” der letzten Waldkunstpfade ausgestellt werden.
Unter Anderem ein Vogelhäuschen, Sandrosen, Holzfüße oder Gedicht-Stempelboxen zeigt mir Elisabeth Frassine, selbst Künstlerin und Mitarbeiterin des Waldkunstzentrums. Dann erzählt sie mir von diversen Workshops. “Jedes Mal steht ein bestimmtes Thema im Vordergrund. Wir beschäftigen uns zum Beispiel einen ganzen Tag lang nur mit Honig. Natürlich gibt es auch hier Veranstaltungen speziell für Kinder”, so Frassine. Sie erzählt mir von ihrem Trickfilm-Workshop. Dabei erstellen Kinder innerhalb eines Tages einen eigenen kleinen Trickfilm, in dem zum Beispiel eines der Werke aus dem Waldkunstpfad vorkommt. Zahlreiche weitere Projekte sind in Planung oder laufen bereits.
Broschüren mit allen Informationen gibt es direkt im Waldkunstzentrum, weitere
Informationen auf www.waldkunst.com.
Innerhalb der oben genannten Öffnungszeiten ist es selbstverständlich auch möglich, “einfach mal so” ins Waldkunstzentrum zu kommen, die Mitarbeiter stehen dort allen Besuchern zur Verfügung, sind Ansprechpartner für sämtliche Fragen oder auch interessante Unterhaltungen über Waldkunst im Allgemeinen und die Philosophie des Waldkunstzentrums. Saft und Kekse stehen allzeit bereit und wer nach Lesen dieses Textes noch immer befürchtet, die Kunst könne zu kurz kommen, der begebe sich auf die spannende Reise in das kleine weiße Haus am Ende der Ludwigshöhstraße und mache sich selbst ein Bild von dem Ideenreichtum des Vereins und dem Glück, das dort in der Luft liegt.

Fazit: Die Idee, Kunst in den Alltag zu bringen, Kunst zu leben, sticht heraus. Das IWZ Darmstadt ist deutschlandweit das Einzige seiner Art. Die Kunst wird ernstgenommen, ist jedoch in vielen Fällen aufregender, als ein Besuch im Museum. Ich sage euch: Es lohnt sich!

Interview mit Hanno Benz, Fraktionsvorsteher Stadtverordneten-Fraktion SPD Darmstadt

Lakritz: Haben Sie ein Beispielthema bezüglich Darmstadt, das unsere drei Generationen, also Kinder, Eltern und Großeltern, besonders interessieren könnte?

Hanno Benz: Ich denke, dass eines der wichtigsten Themen, gerade wenn man das generationsübergreifend sieht, die Frage des demografischen Wandels ist und die Frage, wie die Stadt Darmstadt auf diesen Wandel reagiert. Die Stadt selbst wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, insofern werden hier die Entwicklungen anders sein, als in anderen Bereichen der Bundesrepublik. Das heißt, wir werden nicht die Alterspyramide erreichen, wie das in anderen Städten der Fall ist. Insofern müssen wir auch anders darauf reagieren. Wir müssen einige Bereiche weiter ausbauen, wir müssen im schulischen Bereich die Sanierungsmaßnahmen vorantreiben und wir müssen bei all dem, was mit dem Stichwort „generationsübergreifend“ in Zusammenhang steht, viel mehr tun.

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Anton Oblaski - Kinderbeauftragter der Stadt Darmstadt

Kinderbeauftragte vertreten die Interessen von Kindern. Sie planen, koordinieren und kontrollieren städtische Aktivitäten zur Erhöhung der Kinder- und Familienfreundlichkeit bzw. passen auf, dass die Stadt kinderfreundlich bleibt. Sie geben aber auch Impulse für einen kinder- und familienfreundlichen Wirtschaftsstandort oder stellen Bedürfnisanalysen von Kindern und Familien in der jeweiligen Stadt auf. Städtische Gremien werden in Kinderangelegenheiten beraten. Mit Verbänden und Institutionen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, wird zusammengearbeitet. Sprechstunden für Kinder, Jugendliche und Eltern werden von ihnen angeboten. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können sich bei Problemen an sie wenden..

In Darmstadt gab es schon ab 1989 den ersten ehrenamtlich tätigen Kinderbeauftragen, Herrn Hans-Joachim Möglich. Bei seiner Verabschiedung 2004 betonte Oberbürgermeister Glenz, dass er seine ehrenamtliche Arbeit “mit Bravour gemeistert” hätte. Der so geehrte erwiderte, dass er allerdings sagen müsse, dass Darmstadt zwar die erste Stadt mit Kinderbeauftragtem war, doch hätten “die anderen aufgeholt und sind weitergegangen”:In vielen auch kleineren Städten gibt es heute ein Kinderbüro. Dies habe den Vorteil, dass dies als “Stabstelle” Querschnittaufgaben wahrnehmen könne. Und wohl ernster genommen und bei Entscheidungsprozessen mit einbezogen würde…
Trotz der Anträge verschiedener Fraktionen, die Arbeit des ehrenamtlich tätigen Kinderbeauftragten durch Maßnahmen wie die Einrichtung eines Kinderbüros und dessen Einbindung in alle für Kinder wichtigen Entscheidungen aufzuwerten oder die Stelle gar in eine hauptamtliche umzuwandeln, denn die Fülle der Aufgaben sei von einem ehrenamtlich arbeitenden Kinderbeauftragten nur schwer zu bewältigen, veränderte die Stadt Darmstadt nichts an der Situation. Der Magistrat der Stadt Darmstadt bestellte zum Nachfolger den ehrenamtlich tätigen Kinderbeauftragten Herrn Anton Oblaski

Nachfolgend ein Interview der Lakritz-Nachwuchsredakteurin Annabelle Weisser mit dem Kinderbeauftragten Anton Oblaski.

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Weltkindertag

Dass Kinder die Zukunft sind und dass ohne Kinder gar nichts geht, das ist für uns selbstverständlich. Leider gibt es auch Länder auf der Welt, in denen das nicht so ist.
Dort müssen Kinder hart arbeiten und bekommen oft nicht viel dafür, werden von ihren Familien getrennt und/oder müssen hungern.
Die Menschenrechte, die 1948 von der UN-Generalversammlung formuliert und in Kraft gesetzt wurden und die für Kinder genauso wie für alle anderen Menschen gelten, fordern für jeden Menschen Schutz von Gesundheit, Schutz vor sexuellem Missbrauch, Möglichkeit zur Entwicklung der Persönlichkeit und Recht auf freie Meinungsäußerung.
Um daran zu erinnern, gibt es schon seit vielen Jahren den Weltkindertag, der meistens am 20. September gefeiert wird. Und natürlich machte wie jedes Jahr auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit.

Zwischen Marktplatz und City Carree gab es ein großes Fest mit allerlei Spiel- und Spaßangeboten für Kinder.
Als Rahmenprogramm, um gut durch das bunte Treiben zu finden, gibt es jedes Jahr einen Erlebnisparcours. Am Stand der Kinder- und Jugendförderung Darmstadt ist sowohl Start als auch Ziel. Zu Beginn bekommt man einen Spielepass. Dann gibt’s bei jeder Station, die man besucht, wie z.B. Stockbrot backen, Menschenkicker, Zahnputzbecher selbst gestalten und vieles mehr, einen Stempel. Wer mindestens 6 Stempel gesammelt hat, kann seinen Spielepass wieder abgeben und eine tolle Überraschung erhalten.
Natürlich kann man auch die Spiele genießen, ohne am Parcours teilzunehmen.
Die Vielfältigkeit der Angebote macht es jedem möglich, sich zu amüsieren. Es gibt viele verschiedene Dinge zu bastelt und gestalten, z.B. Trommeln, wer Spaß am bewegen des Körpers hat, kann Capoeira ausprobieren und vieles mehr.Beteiligt waren auch das hessische Landesmuseum, das rotzfreche Spielmobil, das Theatermollerhaus, diverse Schulen und Kindergärten, etc. Und wenn man genug vom Spielen hat, kann man seine Aufmerksamkeit der Bühne in der Mitte des Marktplatzes widmen. Dort gibt es nämlich ein Programm unter dem Motto “Von Kindern für Kinder”. Verschiedene Vereine, Schulen und Gruppen führen dort einstudierte Tänze, Lieder und Choreographien auf.

Ein Besuch auf dem Weltkindertag lohnt sich auf jeden Fall. Die Nachwuchsredaktion von Lakritz hatte auch eine Menge Spaß und allen, mit denen ich mich unterhalten habe, ging es wohl genauso. Wer nicht ohnehin schon fester “Weltkindertag-Gänger” ist, der sollte unbedingt mal vorbeischauen und sich begeistern lassen. Also, schon mal den September 2010 vormerken.

Der Naturerlebnistag – Ein echtes Erlebnis in der Natur

Am Sonntag, den 28.6.09, fand nun bereits zum 5. Mal der Naturerlebnistag im Jugendhof Bessunger Forst statt.
Insgesamt 16 Einrichtungen waren mit einem Stand vertreten, die alle das Ziel hatten, den Kindern durch aktives Ausprobieren mit all ihren Sinnen die Nähe zur Natur zu vermitteln.
“Kinder wollen nicht immer nur anschauen, es geht um’s Machen!”, so Katharina Thiel vom Lernort Bauernhof am Hofgut Oberfeld. Ihr stand bot den Kindern die Möglichkeit, den Unterschied zwischen Wald- und Gartenerde zu erschnuppern und zu erfühlen, sowie ein neues Pflänzchen zu pflanzen.
An jedem einzelnen Stand gab es etwas anderes Tolles zu erforschen, vom Papierschöpfen und Kräuterhacken über einen Mini-Streichelzoo mit zwei Schafen bis hin zum Märchenerzähler. Da wurde gebastelt, geschnuppert, ausprobiert und erforscht mit , bzw. an Naturmaterlialien.
“Wir sind für das verantwortlich, was wir uns vertraut gemacht haben. Und die Natur ist uns vertraut, deshalb dürfen wir das Thema nicht außer Acht lassen. Wir müssen zurück zu unseren Wurzeln, müssen uns fragen, woher kommen wir?”, so Klaus Menges, Gartenbaupädagoge, vertreten mit dem Stand “Schulgärten”. Und unsere Wurzeln liegen bei der Natur, deshalb sollten wir sie kennen- und schätzen lernen.
Besondere Ziele seien, so Menges, den Kindern das “miteinander” zu vermitteln, sowie das Vertrauen zu sich selbst und Anderen. Und tatsächlich: An jedem Stand gab es stets Gruppen, die sich halfen oder unterhielten. Allein blieb niemand.
Begeistert waren auch Doris Fröhlich, stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin und Christel Fleischmann, Schuldezernent Darmstadt-Dieburg, die beide gekommen waren, um ihr Lob auszusprechen.
Alle 16 Stände, darunter auch drei Waldkindergärten, bieten Kindern auch im Alltag den Umgang mit der Natur an. Wer seinem Kind auch gerne die Philosophie des Naturerlebnistages vermitteln möchte, der sollte die Angebote der Einrichtungen nutzen.

Infos unter www.naturpaedagogik-darmstadt.de (Die VeranstalterInnen findet man unter “Naturerlebnistag”).