Übrigens...

Das Vorwort der aktuellen Ausgabe

…ist Lakritz Pionier aus Tradition. Vor über 20 Jahren, als Lakritz erstmals erschien, leistete es Pionierarbeit als eines der ersten regionalen Familienmagazine in Deutschland. Es gab noch nicht in jedem Haushalt Internet & Co, das Lakritz-Team hat stellvertretend für Kinder und Eltern alles ‘abgedappelt’; hat Anschriften und Veranstaltungstermine in und um Darmstadt gesammelt und sie in „Lakritz“ gebündelt aufgeschrieben, hat Einrichtungen und Initiativen vorgestellt. Und bevor gedruckt werden konnte, wurden in der Druckerei die Druckfahnen mit dem Text und die Repros für das Magazin am Leuchttisch montiert. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Trotzdem leistet das Lakritz-Magazin auch heute wieder Pionierarbeit, denn es bezieht nun die 3.Generation der Familie ein, die Großeltern.

Die heute über 55jährigen sind geprägt vom Zeitgeist der 68er Bewegung, von veränderten Werte- und Normvorstellungen. Mit dem Bild von Oma und Opa als runzeligen, grauhaarigen Alten, die im Lehnstuhl sitzen, hat diese Generation nichts mehr zu tun. Sie definiert das Alter als einen aktiven, selbstbestimmten und zukunftsorientierten Lebensabschnitt. Diese Generation, die nun das Rentenalter erreicht hat und nichts mehr beweisen muss, besitzt ein kostbares Gut, nämlich Zeit, Gelassenheit, Erfahrung und soziale Kompetenz.

Diese Großeltern setzen mit Gelassenheit ein 500- Teile-Puzzle zusammen, ohne ständig auf das Handy zu schauen. Sie basteln und kochen mit den Enkeln, sie verlieren klaglos immer wieder beim Mau-Mau und denken dabei nicht ans nächste Meeting. Die Enkel schätzen vor allem das Gespräch mit den Großeltern und genießen es, wenn die ihnen von früher erzählen und daß die Eltern früher auch nicht immer ‘brav’ waren. Umgekehrt profitieren die Großeltern von ihren Enkeln, die sie in Bewegung halten, von deren Neugier, deren Tatendrang und deren aktuellem Wissen, z.B. zu Computern und Handy. Von besonderer Bedeutung ist das Vertrauensverhältnis, wenn es zu Hause schwierig wird: z.B. wenn Mutter und Vater sich trennen. Enkel mit Rückhalt bei Oma und Opa stehen Krisen besser durch.

Diese Großelterngeneration ist trotz eigener Aktivitäten immer für die Familie da, besonders dann, wenn ‘Not am Mann’ ist, sie erleichtert den Paaren die Entscheidung für Kinder, indem sie ihnen wie ein doppelter Boden den Alltag sichert. Und Großmütter sehen im Babysitten durchaus etwas Emanzipatorisches. Weil sie selbst diese Möglichkeiten nicht hatten, wollen sie, daß ihre Töchter so berufstätig sein können, wie diese es für richtig halten.

Die dritte Generation, sie ist ein emotionaler Anker. Für Klein & Groß.