Lakritz zu Besuch im Internationalen Waldkunstzentrum

Es ist das kleine weiße Haus am Ende der Straße. Einige Meter entfernt von der Lichtenbergschule, nämlich in der Ludwigshöhstraße 137, steht es, leicht zu übersehen.
Stünden nicht überall in dem naturnahen Garten verteilt Werke unterschiedlichster Künstler, so würde es sich auf den ersten Blick nicht von einem gewöhnlichen Wohnhaus unterscheiden.

Das Haus, Eigentum des Hessen-Forstes, gehört zum “Verein für Internationale Waldkunst e.V.”, einigen Darmstädtern dürfte der Verein wohl in Zusammenhang mit den alle zwei Jahre stattfindenden Waldkunstpfaden (der nächste findet übrigens im kommenden August statt) bekannt sein. Dabei stellen Künstler aus aller Welt ihre Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung. Künstlern bei der Arbeit zuzusehen ist genauso möglich, wie nach Beendigung der Arbeiten an einer geführten, etwa 2-stündigen Tour teilzunehmen. Parallel gibt es Workshops speziell für Kinder. Sie finden meist während der Führungen für “Erwachsene” statt. Kindern wird hierbei die Kunst spielerisch und gut verständlich nahegebracht.
Neben diesen Pfaden stellt der Sitz des Vereins ebenfalls ein attraktives Ausflugsziel dar.
Di-Fr 10-13 Uhr und Di+Do 15-18 Uhr stehen die Türen offen. Es gibt die Möglichkeit, Werke einiger Künstler im Außengelände zu besichtigen, wie auch den Galerieraum, in dem Geschenke und “Überbleibsel” der letzten Waldkunstpfade ausgestellt werden.
Unter Anderem ein Vogelhäuschen, Sandrosen, Holzfüße oder Gedicht-Stempelboxen zeigt mir Elisabeth Frassine, selbst Künstlerin und Mitarbeiterin des Waldkunstzentrums. Dann erzählt sie mir von diversen Workshops. “Jedes Mal steht ein bestimmtes Thema im Vordergrund. Wir beschäftigen uns zum Beispiel einen ganzen Tag lang nur mit Honig. Natürlich gibt es auch hier Veranstaltungen speziell für Kinder”, so Frassine. Sie erzählt mir von ihrem Trickfilm-Workshop. Dabei erstellen Kinder innerhalb eines Tages einen eigenen kleinen Trickfilm, in dem zum Beispiel eines der Werke aus dem Waldkunstpfad vorkommt. Zahlreiche weitere Projekte sind in Planung oder laufen bereits.
Broschüren mit allen Informationen gibt es direkt im Waldkunstzentrum, weitere
Informationen auf www.waldkunst.com.
Innerhalb der oben genannten Öffnungszeiten ist es selbstverständlich auch möglich, “einfach mal so” ins Waldkunstzentrum zu kommen, die Mitarbeiter stehen dort allen Besuchern zur Verfügung, sind Ansprechpartner für sämtliche Fragen oder auch interessante Unterhaltungen über Waldkunst im Allgemeinen und die Philosophie des Waldkunstzentrums. Saft und Kekse stehen allzeit bereit und wer nach Lesen dieses Textes noch immer befürchtet, die Kunst könne zu kurz kommen, der begebe sich auf die spannende Reise in das kleine weiße Haus am Ende der Ludwigshöhstraße und mache sich selbst ein Bild von dem Ideenreichtum des Vereins und dem Glück, das dort in der Luft liegt.

Fazit: Die Idee, Kunst in den Alltag zu bringen, Kunst zu leben, sticht heraus. Das IWZ Darmstadt ist deutschlandweit das Einzige seiner Art. Die Kunst wird ernstgenommen, ist jedoch in vielen Fällen aufregender, als ein Besuch im Museum. Ich sage euch: Es lohnt sich!

»

Hier können Sie Ihren Kommentar einfügen